Die Multisport-GPS-Uhren von der Firma Garmin sind seit vielen Jahren bei SUP-Sportlern sehr beliebt. SUPvienna hat im Laufe der letzten 10 Jahre unterschiedliche Modelle getestet:

Foto von Garmin

Alle bisherigen Fenix-Uhren hatten ein transflektives MIP-Display, das in einer guten Beleuchtungssituation (draußen bei Sonnenschein, beim SUPen) hervorragend abzulesen ist. Die Firma Garmin hat mit der Fenix 7 einen zweieiigen Zwilling auf den Markt gebracht, der fortan unter dem Namen „Epix2“ geführt wird und mit einem AMOLED Display ausgestattet ist. Mit der Fenix 8 wird die Epix-Linie nun wieder aufgelassen bzw. in die Fenix-Serie „integriert“.

Die Fenix 8 ist damit in folgenden Ausstattungsvarianten lieferbar:

  • drei unterschiedliche Größen 42 (S), 47 und 51mm (X)
  • zwei Display-Technologien AMOLED für alle drei Größen sowie MIP-Display mit SOLAR-Funktion für die mittlere und große Uhr
  • weiters gibt es noch eine Uhr mit abgespeckter Ausstattung unter dem Namen Fenix E

Als Fitness-Tracker ermittelt die Fenix 8 die Schlafgewohnheiten, die getätigten Schritte und die Anzahl der zurückgelegten Stockwerke. Die Herzfrequenz, der Stresslevel, der Sauerstoffgehalt des Bluts und die Atmung können 24/7 überwacht werden. Als Smartwatch mit einer Kopplung an ein bluetooth- fähiges Smartphone können Mitteilungen gelesen, dank Lautsprecher und Mikrofon Telefonate direkt über die Uhr geführt, Kalendereinträge übertragen und die Musiksteuerung durchgeführt werden. Als GPS-Sportuhr steht eine Vielzahl an Sportarten zur Auswahl. Wie gut sie das alles macht und wie sie sich für den Stand-Up-Paddle-Sport eignet, erfahrt ihr nun. Wie immer ist unser Testbericht eine Mischung aus Funktionsbeschreibung und Beurteilung und entsprechend umfangreich geworden. Hier der Inhalt:

  1. Hardware
    1. Gehäuse und Display AMOLED vs. MIP
    2. Herzfrequenzsensor mit Temperatur & EKG-Messung
      1. Herzfrequenz-Messung beim SUPen
      2. EKG- & Temperatur-Messung
  2. Konfiguration mit Garmin Connect APP
    1. Benutzerprofil
    2. Displayeinstellungen
    3. Menüstruktur
      1. Steuermenü
      2. Übersichten
    4. Aktivitäten und Apps
      1. Trainingsseiten
      2. Kartenauswahl und Routingfunktion
      3. GPS-Konfiguration
  3. Training und Strecken
    1. Training- und Streckenplanung
    2. Abrufen eines Trainings bzw. einer Strecke auf der Uhr
      1. Trainingsbibliothek, Trainingskalender und Schnelles Training
      2. Navigation mit der Uhr
  4. Auswertung auf der Uhr, am PC/MAC bzw. am Smartphone
    1. Auswertung des SUP-Sports
    2. Physiologische Messwerte
      1. Gesundheit- und Leistungsstatistiken
      2. Trainingsbereitschaft und -belastung
      3. Ausdauerwert
  5. Zusammenfassung & SUPvienna Fazit
  6. Weiterführende Links

Hardware

Gehäuse und Display AMOLED vs. MIP

Wir testen die Fenix 8 AMOLED SAPPHIRE Titan. Die Uhr wurde mit Firmware 11.60 ausgeliefert und im Laufe des Testzeitraums auf die Betaversion 12.16 aktualisiert. Die Uhr ist wie immer wertig verarbeitet. Die neue Gehäuse- und Tastenkonstruktion ermöglicht nun Tauchgänge bis 40Meter. Die dafür überarbeiteten fünf Bedienelemente weisen einen deutlich anderen Druckpunkt auf, sind aber haptisch genauso angenehm wie jedes der älteren Fenix-Modelle.
Das AMOLED-Display der Fenix 8 (47mm) ist nun gleich groß wie das der großen Fenix 8X (51mm). Mit einem Durchmesser von 35,56mm bietet es viel Patz für die Darstellung der Sportarten und Smartwatch-Funktionen. Erstmals ist die Display-Größe kein Entscheidungsgrund mehr ob man zur Fenix 8 oder 8X greift. Das AMOLED-Display hat eine Auflösung von 454 x 454 Pixel und kann 64.000 Farben darstellen. Die Anzeige ist entweder immer vorhanden oder wird mittels Gestensteuerung (Armbewegung) bzw. Druck auf eine Taste oder den Touchscreen aktiviert.

Im Vergleich dazu kann das MIP-Display der SOLAR-Variante nur 260×260 Pixel und 64 Farben bieten. Das mit Umgebungslicht arbeitende Display ist bei Outdoor-Aktivitäten im Vorteil. Wenn die externe Beleuchtung nicht mehr ausreicht, kann die Hintergrundbeleuchtung mittels Gestensteuerung oder per Taste/Touch eingeschaltet werden. Welches Display besser für den SUP-Sport geeignet ist, können wir nicht eindeutig sagen. Generell ist die Display-Entscheidung stark vom persönlichen Geschmack und den Einsatzzwecken abhängig.


Herzfrequenzsensor mit Temperatur & EKG-Messung

Herzfrequenz-Messung beim SUPen

Der Herzfrequenzsensor auf der Unterseite der Uhr wurde von der Fenix 7Pro / Epix2Pro übernommen. Seine Bauform ist bereits für eine EKG-Messung ausgelegt und kann laut unserem Test (mit der Epix2Pro) auch die Herzfrequenz bei Intervalltraining ausreichend genau messen. Hier noch einmal die Ergebnisse:

Beim Radfahren werden die Unterarme kaum belastet, das Blut kann gut zirkulieren und damit sind die Unterschiede der Herzfrequenzwerte zw. einer Epix2Pro mit Messung am Handgelenk und einer Epix (Standard) mit externem Brustgurt HRM-Tri™ marginal.

Wie sieht es nun beim SUP-Sport aus? Die Armmuskulatur wird bei jedem Paddelschlag be- und entlastet und das dazu noch recht unterschiedlich, je nachdem welche Hand gerade am Paddelgriff oben ist. Beim gemütlichen SUPen sind die mit der Uhr gemessenen Werte gegenüber den Brustgurtwerten annähernd gleich. Beim sportlichen Paddeln mit Intervalltraining gibt es aber immer wieder kurze Einbrüche in der HF-Kurve beim internen Sensor.

Generell kann man mit der Fenix 8 beim Genusspaddeln auf den externen HF-Brustgurt ohne weiteres verzichten und bekommt trotzdem aussagekräftige HF- und physiologische Messwerte. Es gibt aber auch Aktivitäten, die besser mit Brustgurt überwacht werden sollten. Dazu gehören das sportliche SUP-Training und alle Sportarten, bei denen die Uhr durch starke Handbewegungen verrutschen kann bzw. die Hand- und Armmuskulatur stark angespannt wird.

EKG- & Temperatur-Messung

Natürlich ist auch die EKG-Messung mit der Fenix 8 möglich, jedoch derzeit (Stand 11/2024) in der EU noch nicht freigeschaltet. Mit etwas technischem Geschick kann man aber auch hierzulande die EKG-App auf die Garmin-Uhr bekommen (Anleitungen dazu findet man im Internet).
Für Testzwecke haben wir die EKG-App auf der Fenix 8 installiert. Die Anleitung und Fragen bei der Aktivierung der EKG-App sind in deutscher-Sprache abgefasst. Bei der Messung selbst muss man dann die Lynette der Uhr (am linken Handgelenk) mit zwei Fingern der anderen (rechten) Hand berühren und der Anleitung und Auswertung folgen. Der Puls muss sich bei der EKG-Messung im Bereich zwischen 50 und 120 Schlägen pro Minute befinden.

Die Temperaturaufzeichnung findet man in der Gesundheitsstatistik in der Kategorie Schlaf / Veränderung der Hauttemperatur und wird nur relativ zur Durchschnittstemperatur dargestellt.


Konfiguration mit Garmin Connect APP

Generell wurden viele Menüs und Strukturen für die Fenix 8 im Vergleich zu früheren Fenix-Uhren stark überarbeitet. Erstmals hat Garmin eine unfertige Uhr auf den Markt gebracht, die nun durch laufende (Beta-)Updates beim Kunden reift. Aber dieser Umstand hat auch etwas Gutes: Die meisten Seiten und Einstellungsebenen wirken nun aufgeräumter und die Uhr hat an Bedienungskomfort dazugewonnen.

Damit die Uhr für die eigenen Bedürfnisse optimal eingerichtet ist, muss man technisches Interesse, Geschick und Zeit mitbringen. Alle persönlichen Einstellungen wie Alter, Gewicht, Laktatschwelle und großteils das Aussehen der Fenix und die Konfiguration der Aktivitäten müssen mit der Handy-App durchgeführt werden.

Benutzerprofil

Auch die Herzfrequenzbereiche können nur mehr direkt auf der Uhr oder über die Handy-App im Benutzerprofil eingestellt werden. Die Herzfrequenzbereiche können als %-Satz von der maximalen Herzfrequenz, von der Herzfrequenz-Reserve (HF max – Ruhe-HF = HFR) oder von der Laktatschwelle abgeleitet werden. Die direkte Eingabe der Pulswerte für die einzelnen Bereiche ist unter “BPM” möglich. Wenn man seine HF-Bereiche für die Sportart Radfahren kennt (z.B. durch eine sportmedizinische Untersuchung), sollten folgende Korrekturwerte berücksichtigt werden:

  • Laufen +10 bis +15
  • SUPen und Rudern +7 bis +10
  • Schwimmen -10 bis -15

Zusätzlich zur allgemeinen Herzfrequenz können getrennt davon für die Trainingsarten Laufen, Radfahren, Schwimmen weitere HF-Bereiche nach dem gleichen Schema festgelegt werden.


Displayeinstellungen

Da das AMOLED Display deutlich mehr Strom als die MIP-Version braucht, ist eine persönliche Anpassung der Anzeige unter Einstellungen / Display und Helligkeit für die allgemeine Nutzung am Tag notwendig. Je nach gesetzten Parametern sind so Akkulaufzeiten der Uhr zwischen 7 und 16 Tagen möglich. Darüber hinaus kann das Verhalten der Anzeige durch unterschiedliche Fokus-Modi (derzeit Schlaf und Aktivität) eingestellt werden.

Die längste Nutzungsdauer zwischen zwei Ladevorgängen erreicht man, wenn sich das Display bei der allgemeinen Nutzung automatisch ausschaltet und nur durch Druck auf den Touchscreen oder einen Knopf aktiviert wird. Die Gestensteuerung – Drehbewegung des Arms – zur Aktivierung des Displays funktioniert im Alltag sehr gut.

Für die meisten Aktivitäten wird es hingegen sinnvoll sein, dass die Anzeige eingeschaltet ist. Man will ja schließlich beim Trainieren eine entsprechende Rückmeldung von der Uhr bekommen. Aber auch im Always-On-Modus wird die Helligkeit nach einem einstellbaren Zeitlimit von max. 15 Sekunden reduziert. Beim nächsten Ereignis (z.B. Abbiegehinweis bei der Navigation oder Abschnittswechsel beim Training) wird wieder auf die voreingestellte Helligkeit für weitere max. 15 Sekunden zurückgekehrt.
Bei starker Sonneneinstrahlung leidet damit die Lesbarkeit während der gedimmten Phase des Always-On-Modus. Wer beim Outdoor-Training ständig eine gleichbleibend helle Anzeige benötigt, sollte daher lieber zur Solar-Variante mit MIP-Display greifen.
Da die Anzeigeeinstellungen für alle Aktivitäten gelten, muss man zu einem Trick greifen um das Displayverhalten für einzelne Sportarten speziell abzuändern.

Im Menü Power Manager können sog. Activity Power Modes festgelegt werden. Diese wiederum können dann beim Aufrufen einer Aktivität zugeordnet werden und Änderungen am Uhrensetup hervorrufen. Neben der Satelliten-Technik, der Kommunikation mit dem Telefon und den angeschlossenen Sensoren, ist es auch möglich das Verhalten des Displays und der Helligkeit zu fixieren. Allerdings ist es derzeit nicht möglich das Display bei einer Aktivität in den Always-On-Modus zu setzen, wenn man diesen beim normalen Tragen untertags ausgeschaltet hat! Hoffentlich folgt diese Möglichkeit noch in einer der nächsten Firmware-Versionen!


Oben (von links nach rechts): Konfigurierbares Ziffernblatt – Übersichten – Aktivitäten & Apps
Unten (von links nach rechts): Steuermenü – Übersicht-Training – Aktivität

Steuermenü

Praktisch ist das weiterhin unverändert gebliebene Steuermenü, das bereits mit der Fenix 5 eingeführt wurde. Durch einen langen Druck auf die Lichttaste (links oben) bekommt man eine Auswahl an Kurzbefehlen, die einen raschen Zugriff auf wichtige Funktionen erlauben.

Übersichten

Seit der Fenix 6 gibt es die sog. Widget-Schleife. Diese wurde mit der Fenix 8 nochmals überarbeitet und nennt sich schon seit längerem „Übersichten“. Durch Druck auf die Down-Taste gelangt man zu kleinen Infotools, die einen raschen Überblick über den aktuellen Trainingzustand, die letzte Aktivität, Anzahl der Stockwerke bzw. Schritte, sowie die Gesundheitsstatistik ect. geben. Weiters können Daten vom Smartphone wie Kalender oder Benachrichtigungen sowie das Wetter angezeigt werden.


Aktivitäten und Apps

Beim erstmaligen Drücken der Start-Taste kommt man zu den Aktivitäten und Apps. Auch hier hat Garmin Hand angelegt, die Darstellung und Funktion stark überarbeitet und eine Trennung zwischen Aktivitäten und Apps vorgenommen. Derzeit gibt es schon mehr als 100 (!) Garmin-eigene Aktivitäten, die bereits in der Uhr vorhanden sind und eine Grundkonfiguration mitbringen. Viele Nutzer werden diese Einstellungen out-of-the-box verwenden. Wer mehr aus der Uhr herausholen will, kann diese über das Smartphone leicht abändern.

Trainingsseiten

Besonders wichtig für eine Sportuhr ist, dass man sie optimal an die persönlichen Wünsche anpassen kann. Für jede Sportart können die Anzahl der Datenseiten, das Erscheinungsbild jeder Seite, die Anzahl und Funktionen der darzustellenden Felder, die Alarme und Trainingsfunktionen individuell festgelegt werden. Das alles kann bequem über das Handy konfiguriert werden. Im Menü können bis zu 10 Trainingsseiten, die HF-Bereich-Skala, die Karte, der virtuelle Partner und die Uhrzeit aktiviert werden. Die Umschaltung erfolgt entweder automatisch oder mittels Auf/Ab-Tasten links unten.

Neben den für alle Sportarten üblichen Anzeigefeldern der Kategorien Timer, Distanz, Pace, Geschwindigkeit, Herzfrequenz, Kalorienverbrauch und Uhrzeit stehen für Rudern und SUPen die sogn. ‚Schlagfelder‘ zur Verfügung. Garmin hat auch hier ordentlich umgerührt und diese Datenfelder unter „Schwimmzugfelder“ versteckt.
In der Praxis zeigt sich, dass oft weniger Seiten und Anzeigefelder besser für den Stand-Up-Paddle-Sport geeignet sind, hier ein Beispiel meines Setups

Kartenauswahl und Routingfunktion

Die Fenix 8 besitzt das Kartenmaterial TopoActive mit Routingfunktion und als Karte-Overlay die Garmin Ski View . Die grundlegende Darstellung kann in den Einstellungen und „Karte und Navigation“ vorgenommen werden.

Bei den unterschiedlichen Aktivitäten können diese dann spezifisch angepasst und mit den Routingvorlieben ergänzt werden. Hier hat Garmin auch viele Verbesserungen im Menü gemacht und bereits für jede Aktivität vernünftige Einstellungen hinterlegt.

Beim Routing kann je nach Aktivität eingestellt werden, ob der Strecke 1:1 gefolgt werden soll (für SUP) oder mithilfe der Karte die Strecke in der Uhr neu berechnet wird. Für Letzteres wird dann eine der Berechnungsmethoden angewendet, die entweder

  • die Zeit,
  • die Distanz oder
  • den Anstieg minimiert.

GPS-Konfiguration

Die Fenix 8 hat einen Satellitennavigations-Chip eingebaut, der neben dem GPS auch die Signale von GLONASS, GALILEO, BeiDou, und QZSS auswerten kann. Zusätzlich können noch die Satelliten-Signale auf unterschiedlichen Frequenzen (Multiband) ausgewertet und damit die Genauigkeit nochmals erhöht werden.

Mit SatIQ wird die Auswahl der Satellitensysteme der Uhr überlassen und abhängig von der Qualität und Anzahl der verfügbaren Satellitensignale zw. ‚GPS‘, ‚Alle Systeme’ und ‚Multiband’ automatisch im Hintergrund umgeschaltet. Laut Garmin soll damit die Akkulaufzeit erhöht und gleichzeitig die Genauigkeit von Multiband-GPS während der gesamten Aktivität gewährleistet werden. Schon bei den letzten Tests hat sich gezeigt, dass die Genauigkeit der GPS-Messung absolut top ist.


Training und Strecken

Training- und Streckenplanung

Die Planung kann sowohl mittels Garmin Connect – Seite  als auch mit der Garmin-Connect-App für Android oder iOS direkt am Smartphone erstellt und gespeichert werden.

Für die Streckenplanung setzt man sich am besten vor den PC. Mit ein paar Mausklicks stellt man die eigene Route zusammen, wandelt bereits absolvierte Trainings in Strecken um oder importiert aus dem Internet GPX-Files. Danach sendet man seine Streckenauswahl an die Uhr.

Streckenerstellung mit Garmin Connect am PC

Die Strecken können dann auch öffentlich freigegeben werden. Hier ein Link-Beispiel
VogalongaOnSUP @supvienna.com

Ebenso ist auf dem Smartphone ein Import von fertigen Strecken aus dem Internet möglich, die dann widerum an die Uhr gesendet werden können.


Abrufen eines Trainings bzw. einer Strecke auf der Uhr

Trainingsbibliothek, Trainingskalender und Schnelles Training

Das Abrufen eines Trainings oder einer Strecke erfolgt wieder aktivitätsbezogen. Also ein Training, das für das Radfahren erstellt wurde, erscheint auch dann nur in der Liste für das Radfahren und Mountainbiken, nicht jedoch beim Laufen. Die Anzahl an Trainings auf der Uhr unterliegt erstmals keiner Beschränkung mehr!

Im Unterschied zu Garmin-Fitness-Trackern stellt die Fenix 8 nicht nur für Laufen, Radfahren oder Schwimmen Trainings zur Verfügung, sondern auch für den SUP-Sport und andere Aktivitäten. Neben der eigenen Trainingsbibliothek und dem Trainingskalender kann nun erstmals auch ein von Garmin entwickeltes Schnelles Training direkt auf der Uhr gestartet werden.

Innerhalb der Aktivität kann man zu „Kürzlich“ verwendeten Punkten, Koordinaten oder Punkten auf der Karte navigieren, seine eigenen Strecken und Wegpunkte (Favoriten) sowie bereits getätigte Aktivitäten auf der Uhr nachverfolgen oder die Umgebung erkunden.

Startet man eine vorher geplante Strecke, kann man dieser 1-zu-1 folgen oder die routingfähige Karte zur Navigation verwenden. Diese Funktion sollte man am Besten erstmals beim Wandern / Gehen anwenden, damit man sich bei geringem Tempo mit der Uhr auseinandersetzen kann. Neben genauen Abbiegehinweisen, bekommt man auch Anstieg/Abstiegs-Daten oder die Distanz bis zum Ziel angezeigt.


Auswertung auf der Uhr, am PC/MAC bzw. am Smartphone

Nachdem man die Sportart beendet hat, erscheint sofort eine Übersicht über mehrere Seiten, was man geleistet hat.

Speichert man dann die Aktivität ab, können die Daten von der Uhr via Bluetooth über das Smartphone bzw. direkt über W-LAN auf Garmin-Connect in die Cloud geladen werden. Zu beachten ist, dass derzeit ohne Internetverbindung keine Auswertung am Smartphone möglich ist.

Auswertung des SUP-Sports

Für den Ruder- und SUP-Sport stehen dann auf Garmin-Connect folgende Grafiken und Statistiken am PC zur Analyse bereit.

Detaillierte Auswertung am PC oder MAC

Auch die Auswertung über die Garmin-Connect-App bietet ähnliche Möglichkeiten:

Die Übersichtsseite zeigt die Summenzeit, die Distanz, den Kalorienverbrauch und die Durchschnittsgeschwindigkeit sowie die Strecke auf der Karte an.
Die grafische Auswertung der Daten lässt genauere Rückschlüsse auf das Training oder die SUP-Tour zu. Eine Geschwindigkeitsdarstellung in der App ist leider derzeit nicht möglich.
Die Detailanzeige gibt die Durchschnitts- und Maximalwerte der Züge, Pace, Geschwindigkeit und Herzfrequenz an.

Ein Bearbeiten / Kürzen der aufgezeichneten Daten ist ebenfalls möglich.


Physiologische Messwerte

Gesundheit- und Leistungsstatistiken

Die Gesundheits- und Leistungsstatistiken in der App und auf der Uhr wurden nochmals erweitert und wir nennen sie deshalb physiologische Messwerte 3.0.
Die beim Sport wichtigen Faktoren wie: VO2max, Trainingszustand, Belastungsfokus, Trainingseffekt, Body Battery, Erholungszeit und Stresslevel haben wir in einem Artikel Garmin: Physiologische Messwerte 2.0 zusammengefasst und sind dabei speziell auf den SUP-Sport eingegangen.

Gewicht und Blutdruck werden natürlich nicht von der Uhr gemessen, sondern müssen eingegeben oder von einem anderen Gerät geliefert werden

In den letzten Jahren sind weiter wichtige Parameter dazugekommen, die sich zum Teil aus mehreren bereits bestehenden ableiten.

Trainingsbereitschaft und -belastung

Die Trainingsbereitschaft ermittelt anhand von Faktoren wie Schlaf, Erholungszeit, akute Trainingsbelastung, Stress und HFV-Status inwieweit ein Nutzen aus dem nächsten Training gezogen werden kann. Die Trainingsbereitschaft wird fortwährend berechnet und ändert sich im Laufe des Tages dynamisch.

Anhand des HFV-Status wird auch der Trainingszustand berechnet, da er Hinweise darauf liefert, wie das vegetative Nervensystem auf das Training reagiert. Ausgewogene HFV-Werte können auf ein gutes Verhältnis von Training und Erholung, eine bessere kardiovaskuläre Fitness und eine bessere Belastbarkeit in Bezug auf Stress hindeuten, sodass sie sich positiv auf den Trainingszustand auswirken. Unausgewogene, niedrige oder schlechte Werte können u. a. auf Müdigkeit, ein größeres Bedürfnis nach Erholung oder auf erhöhten Stress hindeuten, sodass sie zu einem schlechteren Trainingszustand führen können. Weiters fließen in die Berechnung des Trainingszustandes die Belastung und VO₂max ein.

Ausdauerwert

Für den SUP-Sport ebenso relevant ist der Ausdauerwert. Er gibt Aufschluss über die Fähigkeit körperliche Aktivitäten über längere Zeit auszuüben.

Wer glaubt nur durch Ausdauertraing den Ausdauerwert erhöhen zu können, der irrt. Nur wenn das Trainingsprogramm ausgewogen ist (siehe dazu Trainingsbelastungsfokus), wird erfolgreich seine Ausdauer erhöhen können.


Zusammenfassung & SUPvienna Fazit

  • Erstmals sind die Proportionen der Uhr – das Verhältnis Gehäusegröße zur Lünettenbreite und Displaydurchmesser – stimmig.
    Die Fenix 8 hat für uns das beste Design und ist damit die coolste Uhr, die wir aus der Fenix-Serie je testen konnten.
  • Ob man sich für ein AMOLED Display oder transflektives MIP-Display mit Solar-Funktion entscheidet, ist reine Geschmacksache, hier können wir keinen Empfehlung abgeben.
  • Das sehr genaue und stromsparender Satelliten-Empfangsmodul im Auto-SatIQ-Modus liefert sehr präzise Positionsdaten
  • Die Akku-Laufzeit in der Praxis liegt bei 7-8 Tagen, wenn das Display bei der allgemeinen Nutzung ausgeschalten ist und jeden Tag zwei Stunden Sport im Freien mit Satelliten-Empfang (SatIQ) gemacht wird.
  • Der Touch-Screen ist eine nette Zugabe für den Alltag.
    Beim Sport ist die 5-Tastenbedienung aber klar im Vorteil und deswegen wurde von uns die Touch-Funktion für Aktivitäten deaktiviert.
  • Die Konfiguration der Uhr über die Connect-App am Smartphone hat sich zu den Vorgänger-Modellen der Fenix-Serie stark geändert. In den meisten Fällen hat der Bedienungskomfort zugenommen.
  • Die Software und der Funktionsumfang bezüglich Gesundheits- und Trainingsauswertung ist bei Garmin top.
  • EKG-Messung an Board, aber in der EU noch nicht freigeschaltet.
  • Garmin stellt für seine Sportuhren für einen langen Zeitraum neue Firmware-Versionen bereit. Auch wenn bereits das Nachfolgemodell am Markt ist, werden die älteren Modelle gepflegt.
  • Der Preis der neuen Fenix 8 ist schon recht beachtlich. Wer beim Geld, aber nicht bei der Funktion sparen will, die Telefonfunktion nicht benötigt und eine ausgereifte Bedienungssoftware will , dem können wir auch die Fenix7/Epix2 pro uneingeschränkt empfehlen.