Die Multisport-GPS-Uhr-Serie fenix ist seit vielen Jahren bei SUP-Sportlern sehr beliebt. Der Grund ist einfach: Die GPS-Sportuhren von Garmin sind derzeit die einzigen, die eine eigene SUP-App mit Trainingsfunktion haben. Der Unterschied zu den Fitnesstrackern von Garmin besteht nun darin, dass diese zwar auch die SUP-Aktivität per GPS aufzeichnen, aber man damit keine Trainingseinheiten planen und durchführen kann.
Die fenix 7S, 7 und 7X unterscheiden sich in Design, Größe und Gewicht. Die Menüführung und der Funktionsumfang, die hier beschrieben werden, sind gleich.

158E6152-FD4A-45FD-AF40-725240DC8EE0fenix 7 Foto von Garmin

Gehäuse, Display und Ausstattung

Die fenix 7 Uhren gibt es  in drei unterschiedlichen Größen  mit einem Durchmesser von 42mm (S), 47mm und 51mm (X) und in drei Editionen: Standard, Solar und Sapphire-Solar.

Wir testen dieses Mal die fenix 7 Sapphire-Solar. Die Uhr ist sehr wertig verarbeitet und die Tasten haben einen spürbaren Druckpunkt. Das Display bietet nun auch die Möglichkeit einer Touch-Bedienung. Diese Funktion kann aber je nach Anwendung/Sportart auch deaktiviert werden.
Die Anzeige ist immer vorhanden, die Lesbarkeit wird umso besser, je heller das Umgebungslicht ist. Die Solar- und Touch-Funktionen nehmen etwas von der Displayhelligkeit weg. Damit die Lesbarkeit auch bei wenig Licht verbessert wird, kann die Hintergrundfarbe der Apps und generell die Uhroberfläche umgestellt werden.
Je nach Modell stehen 16 bzw. 32 GB Speicher zur Verfügung, der unter anderem auch für Musik genutzt werden kann. Wenn man seine Bluetooth Kopfhörer oder Lautsprecher mit der fenix verbindet, kann so auch ohne Smartphone unterwegs Musik abgespielt werden.

Der Herzfrequenzsensor auf der Unterseite der Uhr wurde gegenüber der fenix 6 weiter überarbeitet. Er misst nun noch exakter. Bei otimalen Bedingungen z.B. beim Rad fahren oder Laufen wird die Herzfrequenz fast EKG-genau gemessen. Es gibt aber auch Aktivitäten, die besser mit Brustgurt überwacht werden sollten. Dazu gehören alle Sportarten, bei denen die Uhr durch starke Handbewegungen verrutschen kann, bzw. die Hand- und Armmuskulatur stark angespannt wird. Wir empfehlen daher bei allen Sportarten und speziell auch für das Stand-Up-Paddeln das Tragen eines Brustgurts (HRM-Tri™ von Garmin) und für die restlichen 24/7-Aktivitäten den Handgelenkssensor.


Fitness-Tracker, Multi-Sportuhr und Smartwatch zugleich.

  • Als Fitness-Tracker ermittelt die Uhr die Schlafgewohnheiten, die getätigten Schritte und die Anzahl der zurückgelegten Stockwerke. Die Herzfrequenz, der Stresslevel, der Sauerstoffgehalt des Bluts und die Atmung können 24/7 überwacht werden.
  • Als Smartwatch mit einer Kopplung an ein Bluetooth® 4.0 fähiges Smartphone können Mitteilungen gelesen, Kalendereinträge übertragen, Telefonanrufe entgegengenommen und die Musiksteuerung durchgeführt werden.
  • Als GPS-Sportuhr stehen eine Vielzahl an Sportarten zur Auswahl, dazu etwas später mehr.

Konfiguration mit Garmin Connect APP

Vor dem Kauf einer Sportuhr dieser Kategorie muss man sich im Klaren sein, dass man dafür technisches Interesse und etwas Geschick mitbringen muss. Weiters sollte man bereit sein seine Zeit nicht nur für das Training selbst, sondern auch für die Konfiguration der Uhr und die Auswertung zu investieren. Wer etwas Hilfe bei der Einrichtung der Uhr benötigt, der findet im Netz bereits viele ausführliche Berichte und Anleitungen. Natürlich steht auch SUPvienna für Fragen zur Verfügung.

War es bis zur fenix 6 noch möglich mit  dem Computer und Garmin-Connect alle persönlichen Einstellungen wie Alter, Gewicht, Laktatschwelle usw. vorzunehmen, müssen viele Einstellungen für die fenix 7 nun mit der Handy-App durchgeführt werden.
Die Herzfrequenzbereiche können nur mehr direkt auf der Uhr oder über die Handy-App eingestellt werden. Die Herzfrequenzbereiche können von der maximalen Herzfrequenz, von der Herzfrequenz-Reserve (HF max – Ruhe-HF = HFR) oder von der Laktatschwelle abgeleitet werden.

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Davon getrennt können für die Trainingsarten Laufen, Radfahren, Schwimmen weitere Herzfrequenzbereiche nach dem selben Schema festgelegt werden.

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Wenn man seine Pulsbereiche für die Sportart Radfahren kennt (z.B. durch eine sportmedizinische Untersuchung), sollten folgende Korrekturwerte berücksichtigt und entsprechend in die vier Tabellen eintragen werden.

  • Laufen +10 bis +15
  • SUPen und Rudern +7 bis +10
  • Schwimmen -10 bis -15

Wer keine Daten von einer sportmedizinischen Untersuchung hat, der überläßt der fenix 7 die Ermittlung der einzelnen Herzfrequenzbereiche mittels Laktatschwellentest. 


Menüstruktur

Praktisch ist das weiterhin unverändert gebliebene Steuermenü, das mit der fenix 5 eingeführt wurde.
Durch einen langen Druck auf die Lichttaste (links oben) bekommt man eine Auswahl an Kurzbefehlen, die einen raschen Zugriff auf wichtige Funktionen erlaubt.

Seit der fenix 6 gibt es die sog. Widget-Schleife. Diese wurde bei der fenix 7 überarbeitet und nennt sich nun „Übersicht“. Durch Druck auf die Up- oder Down-Taste gelangt man zu kleinen Infotools, die einen raschen Überblick über den aktuellen Trainingzustand, die letzte Aktivität, Anzahl der Stockwerke bzw. Schritte, sowie die Gesundheitsstatistik ect. geben. Weiters können Daten vom Smartphone wie Kalender oder Benachrichtigungen sowie das Wetter angezeigt werden.

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Konfiguration der „Übersichten“ am Smartphone

 

Sport-Apps

Beim erstmaligen Drücken der Start-Taste kommt man zu den Sport-Apps. Derzeit gibt es mehr als 80 Garmin-eigene Apps, die bereits in der fenix 7 vorhanden sind.

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Seine Lieblingssportarten / Aktivitäten legt man als Favoriten ab. Trainingsseiten, Energiemodus, Karte+Routing+GPS und viele weitere Details können in jeder App individuell angepasst und gespeichert werden

Trainingsseiten

Besonders wichtig für eine Sportuhr ist, dass man sie optimal an die persönlichen Wünsche anpassen kann. Für jede Sportart können die Anzahl der Datenseiten, das Erscheinungsbild jeder Seite, die Anzahl und Funktionen der darzustellenden Felder, die Alarme und Trainingsfunktionen individuell festgelegt werden. Das alles kann erstmals bei der fenix 7 bequem über das Handy konfiguriert werden.

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Im Menü können bis zu 10 Trainingsseiten, die HF-Bereich-Skala, die Karte, der virtuelle Partner und die Uhrzeit aktiviert werden. Die Umschaltung erfolgt entweder automatisch oder mittels Auf/Ab-Tasten links unten.

Spezielle Anzeigefelder fürs SUPen

Neben den für alle Sportarten üblichen Anzeigefeldern der Kategorien Timer, Distanz, Pace, Geschwindigkeit, Herzfrequenz, Kalorienverbrauch und Uhrzeit stehen für Rudern und SUPen die sogn. ‚Schlagfelder‘ zur Auswahl:

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In der Praxis zeigt sich, dass oft weniger Seiten und Anzeigefelder besser für den Stand-Up-Paddle-Sport geeignet sind.

Diese speziellen Anzeigefelder für den SUP-Sport unterstützen auch alle Fitness-Uhren wie die z.B. vivoactive 3 bzw. 4 oder die Venu. Was sie aber nicht können, sind die Trainingsfunktionen.

Kartenauswahl und Routingfunktion

Alle Varianten der fenix 7-Serie besitzen Kartenmaterial mit Routing-Funktion. Für jede Aktivität kann festgelegt werden, welches Kartenmaterial und welche Darstellung verwendet werden soll.
Bei den Karten kann man neben der länderspezifischen TopoActive auch die Garmin Ski Map auswählen.

Bei der Darstellung kann zwischen

  • System
  • Marine (SUP)
  • Hoher Kontrast
  • Dunkel
  • Beliebtheit
  • Skifahren (Piste)

ausgewählt werden.

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Konfiguration der Kartendarstellung und des Routings am Smartphone

Beim Routing wiederum  stellt man ein, wie die Streckenpunkte  ‚abgefahren‘ werden. Man kann hier unter dem Punkt ‚Aktivität‘ zwischen

  • Luftline (für SUP),
  • Auto, Motorrad,
  • Radfahren, Tourenradfahren, Mountainbiken, etc.
  • zu Fuß, Wandern, Bergsteigen oder
  • Off-Road-Fahren wählen.

Danach kann eingestellt werden, ob der Strecke 1:1 gefolgt werden soll (für SUP optimal) oder mithilfe der Karte die Strecke in der Uhr neu berechnet wird.
Für Letzteres wird dann eine der Berechnungsmethoden angewendet, die entweder

  • die Zeit,
  • die Distanz oder
  • den Anstieg minimiert.

GPS-Konfiguration

Die fenix 7-Serie hat einen neuen Satellitennavigations-Chip eingebaut, der neben dem GPS auch die Signale von GLONASS, GALILEO, BeiDou, und QZSS auswerten kann. Die Sapphire-Version kann zusätzlich auch noch Satelliten-Signale auf unterschiedlichen Frequenzen (Multiband) auswerten und damit die Genauigkeit nochmals erhöhen.

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Da man bei Stand Up Paddeln immer eine gute Sicht auf die Satelliten hat, ist mit einer sehr guten Positionsauflösung auch ohne Multiband zu rechnen.

Generell hat die fenix 7 die beste GPS-Aufzeichnungsqualität von allen fenix-Modellen, die wir bisher getestet haben. Die Multiband-GPS-Signal-Auswertung der Sapphire-Version toppt die Messgenauigkeit nochmals!

Wenn man die Datenaufzeichnung in der Systemeinstellung von ‚intelligent‘ auf ‚jede Sekunde‘ stellt, werden auch kleinste Richtungsänderungen noch besser erfasst und können nachher ausgewertet werden.


Trainingsplanung

Die Trainingsplanung kann sowohl mittels Garmin Connect – Seite  als auch mit der Garmin-Connect-App für Android oder iOS direkt am Smartphone erstellt werden.

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Trainingsplanung am Smartphone

Streckenplanung am PC

Für die Streckenplanung setzt man sich am Besten vor den PC. Mit ein paar Mausklicks stellt man die eigene Route zusammen, wandelt bereits absolvierte Trainings in Strecken um oder importiert aus dem Internet GPX-Files. Danach sendet man seine Streckenauswahl an die Uhr.

Streckenerstellung mit Garmin Connect am PC

Die Strecken können dann auch öffentlich freigegeben werden. Hier ein Link-Beispiel
VogalongaOnSUP @supvienna.com

Ebenso ist auf dem Smartphone ein Import von fertigen Strecken aus dem Internet möglich, die dann widerum an die Uhr gesendet werden können. Wie das genau funktioniert, werden wir in einem eigenen Beitrag zeigen.


Abrufen eines Trainings bzw. einer Strecke auf der Uhr

Das Abrufen eines Trainings oder einer Strecke erfolgt wieder aktivitätsbezogen. Also ein Training, das für das Radfahren erstellt wurde, erscheint auch dann nur in der Liste für das Radfahren und Mountainbiken, nicht jedoch beim Laufen.

Derzeit – mit der Firmware 7.35 – ist die Anzahl an Trainings auf 7 beschränkt!
Hier kann man sich nur aushelfen, indem man die Trainings in den Kalender einträgt und dann in der Uhr über das Menü Training/Trainingskalender abruft.


Auswertung auf der Uhr, am Smartphone oder PC

Nachdem man die Sportart beendet hat, erscheint sofort eine Übersicht über mehrere Seiten.

Auswertung direkt auf der fenix 7

Speichert man dann die Aktivität ab, können die Daten von der Uhr via Bluetooth über das Smartphone bzw. direkt über W-LAN auf Garmin-Connect im Internet geladen werden. Zu beachten ist, dass derzeit ohne Internetverbindung keine Auswertung am Smartphone möglich ist.

Für den Ruder- und SUP-Sport stehen dann auf Garmin-Connect folgende Grafiken und Statistiken am PC zur Analyse bereit.

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Detaillierte Auswertung am PC von Geschwindigkeit – Zugzahl – Distanz/Zug beim SUPen

Auch die Auswertung über die Garmin-Connect-App bietet ähnliche Möglichkeiten:

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Die Übersichtsseite zeigt die Summenzeit, die Distanz, den Kalorienverbrauch und die Durchschnittsgeschwindigkeit sowie die Strecke auf der Karte an.
Die grafische Auswertung der Daten lässt genauere Rückschlüsse auf das Training oder die SUP-Tour zu. Eine Geschwindigkeitsdarstellung in der App ist leider derzeit nicht möglich.
Die Detailanzeige gibt die Durchschnitts- und Maximalwerte der Züge, Pace, Geschwindigkeit und Herzfrequenz an.

Ein Bearbeiten / Kürzen der aufgezeichneten Daten ist nun ebenfalls möglich!


Physiologische Messwerte

Die fenix 7-Serie bietet gegenüber der fenix 6-Serie keine weiteren Auswertungs-Tools für ein SUP-Training. Daher verweisen wir an dieser Stelle auf unsere Garmin-Artikel, die sich damit genauer beschäftigen.


SUPvienna Fazit:

  • Die einzelnen neuen Hardware-Komponenten, angefangen vom Touch-Screen-Display mit größerem Solarring, über das viel genauere und stromsparendere Satelliten-Empfangsmodul bis hin zum verbesserten Herzfrequenzmesser, sind ein klarer Mehrwert.
  • Die Konfiguration der Uhr über die Connect-App am Smartphone ist eine praktische neue Funktion. Hier hat Garmin fast alles richtig gemacht. Leider hat die Übersichtlichkeit beim Einstellen der Herzfrequenzbereiche darunter gelitten.
  • Die Software und der Funktionsumfang bezüglich Trainingsplanung und Auswertung sind für den (SUP)Sport gegenüber der fenix 6 gleichgeblieben. Hier ist sicher schon langsam der Plafond erreicht, welche Funktionen einem ambitionierten Sportler noch zur Verfügung gestellt werden können.
    Garmin ist aber bekannt dafür in den ersten beiden Jahren nach Produkterscheinung mittels Firmware-Update neue Funktionen nachzureichen.
  • Der Preis der fenix 7 (UVP ab €699,- und Straßenpreis ab €600.-) ist für eine GPS-Sportuhr schon recht beachtlich.
    Vernünftige Alternativen findet man aus unserer Sicht aber nur bei Garmin selbst z.B. Forerunner 945, (€415.-) oder 745 (€360,-) oder die fenix 6 Serien (ab €500.-)

Weiterführende Links zum Thema Sport, Ernährung und Gesundheit: